
Guido & Chris auf großer Fahrt
1. Etappe Garmisch – Imst
Wir fuhren entlang der Loisach um das Zugspitzmassiv herum bis Ehrwald. Ein schöner, wenig steiler Anstieg. In Ehrwald war erst einmal Mittagspause. Sehr zu empfehlen ist die Speckknoedelsuppe. Danach ging es weiter über den Fernpass und von dort gemütlich das Gurgelbachtal hinunter. Anschliessend fuhren wir auf der alten Römerhandelsstrasse Via Claudia Augusta bis nach Imst. Alles in allem ein sehr schöne erste Etappe mit 66 km und 900 Höhenmeter.
2. Etappe Imst – Nauders (Reschenpass)
Heute war die zweite Etappe mit dem Ziel Nauders am Reschenpass. Hätte es nicht den ganzen Tag gekübelt wie aus Eimern wäre es wirklich ein super Tag gewesen.
Wir fuhren von Imst an der Inn entlang auf dem Inntalradweg bis nach Landeck. Von dort ging es steil den Berg hinauf auf die Fliesser Platte. Der Weg ist wieder ein Teil der Via Claudia Augusta. Man kann hier sogar im Stein die Spurrillen der Römerkarren sehen. Es ist kaum zu glauben, dass hier ein Fuhrwerk hochkam. Für uns war es eine Tragepassage. Es ging wellig am Berg entlang bis nach Fliess, ein verschlafenes Tiroler Bergdorf. Danach fuhren wir auf einem Singletrail zurück auf den Inntalradweg. Mittagspause war dann irgendwo in einem Ort, an dessen Namen wir uns nicht mehr erinnern können. Aber das Jägerpfandl war der Hammer. Wahrscheinlich konnten wir damit die Hälfte der 3000 Kcal die wir verloren haben wieder zurückholen. Nach der Mittagspause ging es in strömendem Regen nach Martina in Richtung Oberengadin. Nach einem kurzen Abstecher in die Schweiz, sind wir zum Schluss die Passtrasse mit 11 Kehren hochgeschunden nach Nauders. Alles in Allem ein gelungener Tag mit 75 km, 1200 Höhenmeter, 3000 verbrannten Kalorien und einem wunden Hintern.
3. Etappe Nauders – Goldrain
Es ging gleich nach dem Frühstück 700 Höhenmeter bergauf. Zum Teil mit bis zu 25 % Steigung. Der Tiroler Frühstücksspeck hat die ganze Auffahrt mit uns geredet. Auf dem 2100 Meter hoch gelegenen Plamot sind wir nach kurzer Pause in Richtung Reschensee weiter gefahren. Mit einem Blick auf den tief unten liegenden Reschensee haben wir uns von der Plamot-Ebene verabschiedet. Rasant ging es danach Bergab auf die Seebene. Direkt an der Stelle, wo der alte Kirchturm von Graun aus dem Wasser ragt gabs eine Kaffeepause. Im Anschluss sind wir entlang der Etsch auf dem Radweg in Richtung Glurns geradelt. Ein sehr schönes altes Dorf im Vinschgau. Endlich Mittagessen. Natürlich möchten wir auch heute den kulinarischen Tagestip nicht vergessen. Im Hotel Post gibt es eine sensationelle Spaghetti Carbonara. Eine südtiroler Familie wird übrigens satt von einer Portion. Ach ja,das Rezept konnte ich (Guido) der Bedienung abschwatzen. Es wird an den Höchstbietenden abgegeben. Nach der Mittagspause sind wir wieder zurück auf den Etschtal-Radweg bis nach Goldrain, unser Etappenziel. Heute waren es ca. 70 km, 1000 Höhenmeter und ca. 2500 Kcal (leider mehr zugeführt als verbrannt. Wegen der Spaghetti Carbonara).
4. Etappe Goldrain – Bozen
Heute ging es von Goldrain nach Bozen. Eigentlich wäre diese Strecke relativ leicht und schnell zu bewältigen. Unser Guide hat sich aber wie immer etwas Besonderes einfallen lassen. Am Anfang ging es es locker entlang der Vinschgauer Obstgärten bis wir nach ca. 40 min einen "kleinen Berg" erklimmen mussten. Nach 300 Höhenmetern mit bis zu 28 % Steigung auf meinem Radcomputer ging es zu einem Waalweg. Waalwege sind die alten Wartungswege für die Talbewässerung. Kilometerlang ging es dann diese wirklich anspruchsvollen Singletrails entlang. In Meran sind wir dann wieder auf der Talhöhe angekommen. Nach einer Mittagspause ging es weiter in Richtung Lana. Leider muss der kulinarische Tagestipp heute ausfallen, da das Essen weder reichlich noch besonders gut war. Zurück zur Tour: In Lana fuhren wir dann 400 Höhenmeter bergan. Ein sehr steiler Wirtschaftsweg brachte uns auf unsere Ausgangshöhe für eine wirklich rasante Abfahrt auf einem Singletrail. Nachdem wir mit glühenden Bremsscheiben wieder unten ankamen ging es auf dem Radweg weiter in Richtung Unterkunft in Bozen. Zu erwähnen bleibt uns das 4-Gänge-Abendessen. Die meisten waren nach der Pastavorspeise schon satt. Alles in allem ein gelungener schöner Tag mit 78 km und steilen 1200 Höhenmeter.
5. Etappe Bozen – Margreit
Die 5. Etappe war landschaftlich die schönste diese Woche. Nachdem wir in Bozen das Hotel gegen 9:00 Uhr verlassen haben, sind wir zu dem Montiggler Seen aufgestiegen. Der Aufstieg bestand ausschliesslich aus sehr schwer zu fahrenden Singletrails, die uns durch den Wald zur Seeebene führten. Leider haben uns auf dem Weg nach oben die südtiroler Moskitos fast aufgefressen. Weiter ging es am See entlang wieder bergab in einen Singletrail der kein Augen trocken liess.
Der Weg führte uns von Montiggli dann weiter nach Kaltern. Im dort anssässigen Sparmarkt hat jeder etwas für ein gemeinsames Picknick eingekauft. Die Rucksäcke gefüllt mit Essen sind wir ca. 45 min auf einem schönen Waldweg gefahren, bis wir endlich unsere verdiente Brotzeit machen konnten. Bei sensationellem Blick auf den Kalterer See haben wir fürstlich gespeist.
Nach der Pause ging es ca. 400 Höhenmeter aufwärts nach Graun. Zeit für Kaffeepause. Nicht dass hier der Verdacht aufkommt, wir hätten nur Pause gemacht. Aber der Apfelstrudel in Graun ist sensationell und sollte auf jeden Fall probiert werden. Danach ging es zügig bergab bis nach , wo wir die "älteste Rebe" der Welt besichtigen konnten. Sie ist 400 Jahre alt und steht mitten im Dorf an einer Hauswand.
Von Margreit sind wir locker zum Hotel gerollt.
Mit 45 km und 1000 Höhenmeter war es ein sehr entspannter Tag. Dieser Abschnitt der Tour ist landschaftlich und fahrtechnisch ein absolutes Highlight und jedem zu empfehlen, der Garmisch - Gardasee mitfährt.
6. Etappe Margreit – Riva
Es ist vollbracht. Wir haben es geschafft und sind heute Mittag gegen 17:00 Uhr in Riva angekommen.
Nachdem wir heute morgen unsere Unterkunft verlassen haben sind wir gemütlich 25 km nach Mezzocorona gerollt. Gerade richtig, um die müden Oberschenkel auf
Betriebstemperatur zu bringen. Dies war notwendig, denn es ging von dort 700 Höhenmeter und 15 km bergauf nach Andalo, ein sehr schönes beschauliches Bergdorf. Dort gab es einen lauwarmen Latte Macchiato. (Über was man sich so alles freuen kann nach so einem Aufstieg). Von Andalo ging es über einen Singletrail zum Molvenosee. Der grösste natürliche Alpinsee. Auf der Seeebene angekommen war Mittagessen angesagt. Wir pausierten in einer Pizzeria, in der es Pizzen gibt mit der Grösse einer 18" Felge. Und wirklich lecker. Als Nachtisch gab es einen Copa Estate.
Weiter ging es wellig den See entlang mit bissigen Anstiegen. (Anmerkung der Redaktion: Wer rechnet den mit so etwas am letzten Tag?) Irgendwann ging es dann nur noch bergab bis wir wieder auf dem Radweg in Richtung Riva waren. Glücklicherweise konnten wir die Kollegen der beiden anderen Gruppen in Atro treffen, um dann die letzten 5 km gemeinsam an den See zu rollen.
Der lange Tag mit 90 km und 1200 Höhenmeter wurde belohnt mit einem Sprung in den saukalten Gardasee. Es blieb nicht mal Zeit die Radklamotten auszuziehen.
Wir können auf jeden Fall sagen, dass die Woche wirklich gelungen war. Selbst das Wetter hat mitgespielt. Ein Regentag ist zu verkraften.
Natürlich möchten wir uns bei den Mitstreitern aus unserer Gruppe bedanken Ihr wart klasse. Besonderen Dank gilt unserem Guide Susi. Sie hat uns perfekt im Griff gehabt.













