Das Elektroauto kommt 3/3

22.04.2009

Die nächste Auto-Generation beweist, was deutsche Autobauer noch vor kurzem bestritten haben: Leistung und Sparsamkeit passen zusammen. Und dabei sind wir erst am Anfang eines langen Lernprozesses. Die Japaner machen schon Lust auf Autos, die Null Emissionen verursachen werden. Nichts ist unmöglich. Der Technologien-Wechsel hat eben erst begonnen.

Auf dem diesjährigen Genfer Autosalon sind mir vor allem zwei zukunftsfähige Autos aufgefallen.

Erstens: Der Der Opel Ampera. Er  ist das erste Mittelklasse-Elektro-Auto, das diesen Namen verdient: Ein schicker Viersitzer mit allem Fahrspaß, aber ohne Öko-Verzichts-Touch. Der große finanzielle Vorteil, so die Opelmanager in Genf, seien die geringen Fahrtkosten. Der Strompreis pro gefahrene 50 Kilometer koste „weniger als eine Tasse Kaffee“. Die geschätzten 25.000 bis 30.000 Euro Kosten lassen sich leichter verschmerzen, wenn man die gesparten Benzinkosten auf Jahre gegenrechnet. Wer am Opel Ampera Gefallen findet, muss freilich noch bis Ende 2011 Geduld haben. Die Japaner waren wieder einmal schneller. Mitsubishi bringt schon 2010 ein kleines Elektro-Auto auf den Weltmarkt mit einer Batterie-Reichweite von160 Kilometern. In der Elektro-Mobilität herrscht Goldgräberstimmung. Auch Daimler will in zwei Jahren den Elektro-Smart verkaufen.

Zweites deutsches Innovationsbeispiel: Wer sich schon ab Sommer 2009 ein umweltfreundlicheres Auto kaufen möchte, wird bei VW fündig. Der Golf VI könnte ein  Renner werden. Der schicke Kleine schafft Verbrauchswerte wie einst der Lupo - 3,7 Liter auf 100 Km sollen es sein. Und dabei fährt der neue Golf 190 km/h Spitze.

Elektroautos nur mit erneuerbaren Energien

Wer wirklich ein umweltfreundliches Elektroauto fahren möchte, muss seinen Wagen mit Ökostrom „betanken“. Nur wenn wir die erneuerbaren Energien ausbauen, ist die Elektro-Mobilität künftig auch ökologisch. Denn Strom aus Kohle, Gas oder Öl für unsere PKWs bedeutet mindestens genau soviel CO2 wie die alten Benziner. Die Klimaeffizienz eines Elektroautos hängt also wesentlich davon ab, woher der zusätzlich benötigte Strom künftig kommt. Die Bundesregierung hat die Erforschung der  neuen Antriebstechnologien bereits mit 500 Millionen Euro gefördert. Die EU will ab sofort Milliarden in die Erforschung alternativer Auto-Technologien investieren. Bis 2020 sollen in Deutschland etwa eine Million Elektro-PKW fahren. Das sind freilich nur 2 % der deutschen Autos. Wenn vielleicht bis 2030 etwa 25 Prozent unserer Autos elektrisch fahren, wären dafür nur vier Prozent mehr Strom notwendig und dieser kann problemlos ökologisch erzeugt werden. Denn allein die Sonne schickt uns jeden Tag 15.000mal mehr Energie als zurzeit alle Menschen verbrauchen. Eigentlich gibt es gar kein Energieproblem, sondern nur falsches Energieverhalten. Aber das können wir ändern.

Wie fördern andere Länder Elektroautos?

Frankreichs Elektroauto-FahrerInnen werden vom Staat mit 3.200 Euro unterstützt. In Frankreich fahren bereits über 10.000 Elektroautos.

In London entfällt für Elektro-Autos die Citymaut. Das ist ein großer Anreiz zum Umsteigen, denn die Mautgebühr beträgt pro Tag rund sieben Euro. In England gibt es in mehreren Großstädten bereits die Möglichkeit, gegen sehr günstige Gebühren sein Elektroauto während des Einkaufs oder während der Arbeitszeit aufzutanken. Strom für ein Auto kostet vielleicht eine Zehntel dessen, was bisher das Benzin gekostet hat.

In Norwegen kann man mit dem Elektroauto auch die Busspuren benutzen. Außerdem sind bald alle Fährüberfahrten mit dem Elektroauto kostenlos. Parken mit dem E-Auto ist auf öffentlichen Parkplätzen kostenlos.

In Belgien gibt es 15% Steuernachlass auf Elektroautos und je nach Größe einen staatlichen Zuschuss von etwa 3.000 Euro.

In Italien gibt es pro Elektroauto – ähnlich wie in Frankreich – eine Prämie von circa 3.000 Euro.

In Österreich sind alle Alternativantriebe Kfz-steuerfrei. Außerdem gibt es einen staatlichen Zuschuss von 500 Euro. Die Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Kärnten zahlen außerdem pro Elektroauto eine Prämie zwischen 400 und 700 Euro.

Die attraktivste Förderung für E-Autos hat Japan. Die Regierung zahlt 40 % der Kosten eines Autos, das mit Strom fährt.

Wann kommt das Wasserstoff-Auto?

1997 sagte der Cheftechniker von Daimler in einer meiner Zukunftsendungen in der ARD: „Bis 2004 können Sie in Deutschland das Wasserstoff-Auto kaufen.“ Heute ist es immer noch nicht auf dem Markt. Die Produktion von Brennstoffzellen-Autos, die mit Wasserstoff betrieben werden, ist energieaufwendig, technisch kompliziert und folglich teuer.. In Kalifornien verleiht Honda in diesen Wochen das erste Wasserstoff-Auto an Kunden. General Motors fährt mit dem Hydro-Gen4 einen Großversuch, der bald auch in Berlin anlaufen soll. Und Daimler will jetzt ab 2012 die ersten Wasserstoff-Autos verkaufen – vielleicht! Beim Wasserstoff gilt wie beim Strom: Wie wird der Treibstoff produziert? Wenn dazu alte Energie verwendet wird, ist das Fahren damit nicht umweltfreundlich. Nur Wasserstoff, der mit erneuerbarer Energie produziert wird, ermöglicht einen umweltverträglichen Antrieb. Das einzige Abfallprodukt beim ökologisch erzeugten Wasserstoff ist reines Wasser. Die ehrgeizigsten Pläne für eine Wasserstoff-Infrastruktur verfolgt Kalifornien unter seinem Gouverneur Arnold Schwarzenegger.

Der Weg ins Wasserstoff-Zeitalter wird noch ein langer sein. Heute gibt es bundesweit erst fünf Wasserstoff-Tankstellen, 2009 soll eine weitere am Stuttgarter Flughafen dazu kommen. Aber es gibt Millionen Steckdosen für Millionen Elektro-Autos.

Quelle:
© Franz Alt 2009

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