Energiewende in Gefahr

21.06.2012

Erst der Ausbau der erneuerbaren Energien hat es überhaupt ermöglicht, dass Deutschland vorangehen und den Weg Richtung Energiewende einschlagen konnte. Das immer gleiche Argument, dass Solarstrom ein Preistreiber sei und Strom unerschwinglich teuer mache, wird in schöner Regelmäßigkeit neu aufgetischt. Dabei ist längst erwiesen, dass die Photovoltaik sich sogar preissenkend auf den Börsenpreis auswirkt.

In wenigen Tagen tagt der Vermittlungsausschuss zur Solarförderung. Das Ergebnis der Sitzung wird weitreichend sein und nicht nur Einfluss auf die Zukunft Tausender Beschäftigter der deutschen Solarwirtschaft haben, sondern über das Gelingen der Energiewende in Deutschland entscheiden. Dabei kommt den Medien eine ganz besondere Rolle zu, sollen sie doch objektiv über das Für und Wider berichten, die Fakten darlegen und beiden Seiten bzw. den verschiedenen Standpunkten den gleichen Raum einräumen.
 
Allerdings ist zu beobachten, dass einige Medien die Angst der Verbraucher geradezu schüren, indem sie auf angeblich ausufernde Kosten hinweisen, die durch die Solarförderung entstünden aber unfairerweise verschweigen, welche Investitionen für andere Energieerzeugungsformen notwendig wären und wie viel der Verbraucher zahlen müsste, wenn auf den Ausbau der erneuerbaren Energien oder konkret die Photovoltaik verzichtet würde und fossile Energieträger als alleinige Option zur Verfügung stünden. Neben dem untragbaren Risiko, welches z. B. Atomenergie mit sich bringt, ist noch immer die Frage der Atommüllvernichtung gänzlich ungeklärt. Ganz zu schweigen davon, dass erneuerbare Energien im Grunde unumgänglich sind, denn die fossilen Energieträger sind nicht unbegrenzt verfügbar und Umweltschäden sind bereits jetzt enorm.
 
Erst der Ausbau der erneuerbaren Energien hat es überhaupt ermöglicht, dass Deutschland vorangehen und den Weg Richtung Energiewende einschlagen konnte. Das immer gleiche Argument, dass Solarstrom ein Preistreiber sei und Strom unerschwinglich teuer mache, wird in schöner Regelmäßigkeit neu aufgetischt. Dabei ist längst erwiesen, dass die Photovoltaik sich sogar preissenkend auf den Börsenpreis auswirkt. Ebenso existieren Studien, wie die 2012 vom Marktforschungsinstitut Prognos veröffentlichte, die belegen, wie sich der Solarstromzubau auf den Strompreis auswirken würde.
 
Der Studie zufolge steigt pro Gigawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung, die bei der damals gültigen Vergütung (Februar 2012) installiert werden, die Umlage nur um 0,035 Cent pro Kilowattstunde. Für 2012 erwarten einige Analysten einen Zubau von sieben Gigawatt; selbst wenn der Zubau wirklich so hoch läge, wären das für das Jahr 2012 gerade einmal 0,245 Cent mehr.
 
Fakt ist, dass die EEG-Umlage zurzeit 3,592 Cent pro Kilowattstunde beträgt. Damit finanzieren nicht von der Umlage befreite Stromverbraucher die bisher errichteten Solarstrom- und Windkraftanlagen und somit die Markteinführung dieser Technologien. Selbst das damals noch unter Norbert Röttgen geführte Bundesumweltministerium gestand in ihrer Veröffentlichung „Informationen zur Kalkulation der EEG-Umlage für das Jahr 2012“ vom März 2012 ein, dass der Anfang 2012 erfolgte Strompreisanstieg von einem Cent pro kWh auf insgesamt 25,5 Cent/kWh für Haushaltsstrom nicht der EEG-Umlage, sondern den Anhebungen der Netzentgelte anzulasten sei.
 
Die Kosten für Strom setzen sich aus vielerlei Faktoren wie Erzeugung, Transport, Vertrieb, Mehrwertsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und schließlich der EEG-Umlage zusammen. Dass diese einen Anteil von weniger als einem Siebtel hat und der Ausbau der erneuerbaren Energien bereits Früchte in vielerlei Form trägt, wird in der aktuellen Diskussion leider viel zu oft vergessen.
 
Besagte Früchte konnten bereits teilweise in Form tausenden, zusätzlichen Arbeitsplätzen sowie Produktinnovationen im Bereich der Hochtechnologie, als auch für den Strompreis preissenkende Effekte sowie in Form von sinkenden Kosten für Solarmodule und Komponenten geerntet werden. Photovoltaikstrom steht an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit und kann bereits heute preislich in einigen Regionen Deutschlands mit Haushaltsstrom aus nicht erneuerbaren Quellen konkurrieren. Umso unverständlicher ist es, dass ein kurz vor der Blüte stehender, gut gedeihender Wachstumszweig der deutschen Volkswirtschaft mutwillig abgesägt wird und Medien sowie Politik durch Energiekonzerne instrumentalisiert werden.
 
Die seit Monaten andauernde Diskussion hat in der Solarwirtschaft bereits einige Opfer gefordert und damit auch hochqualifizierte Arbeitsplätze vernichtet und Deutschland um etliche Entwicklungen und Innovationen gebracht. Daher ist es unumgänglich schnellstmöglich Planungssicherheit für Verbraucher, Investoren, Hersteller, Handwerker und Mitarbeiter der Solarwirtschaft zu schaffen und eine verträgliche Lösung für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft zu finden.

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