Wer Geld anlegen will, legt sich Solarzellen aufs Dach

22.04.2009

Die rasante Talfahrt der Weltwirtschaft könnte bald ihren Tiefpunkt erreichen, so dass wir für diesen Herbst oder fürs Frühjahr 2010 auf einen Aufschwung hoffen können. Dabei gibt es für Anleger auch im Markt der Anlagen für Photovoltaik besonders günstige Gelegenheiten. Gastkommentar von Eicke R. Weber

Die Stromerzeugung direkt aus der Sonne wird langfristig die wichtigste Art der Stromerzeugung sein, da uns nur Sonnenenergie praktisch unbegrenzt und ohne Erzeugung klimaschädlicher Abgase zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite ist die Photovoltaik (PV) eine Halbleitertechnologie, und die Halbleiterindustrie hat uns gezeigt, wie durch fortschreitende Automatisierung und Miniaturisierung in Großproduktion die Herstellungskosten kontinuierlich gesenkt werden.

In der PV-Industrie kann man nun nicht den Weg der Miniaturisierung gehen, da zur solaren Energieerzeugung eine bestimmte Fläche einfach erforderlich ist. Solarzellen werden aber dünner bei gleicher Effizienz; technologischer Fortschritt erlaubt auch den Einsatz billigerer Ausgangsmaterialien wie zum Beispiel des gereinigten metallurgischen Siliziums. Besonders in der Automatisierung der Produktion von Solarzellen und Modulen steckt noch großes Kostensenkungspotenzial. Daher können wir langfristig damit rechnen, dass die Photovoltaik preiswerten Strom liefern wird, dessen Erzeugungskosten sogar unter die Kosten des Stroms fossiler Kraftwerke sinken wird. Denn Öl, Gas und Kohle werden knapp, und die Kernkraft braucht die ebenfalls nur begrenzt verfügbaren Uranvorräte.

Heute bereits ermöglicht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), mit der Installation von PV-Anlagen eine attraktive Rendite zu erwirtschaften. In den vergangenen Jahren sanken wegen der hohen Nachfrage die Preise von PV-Anlagen nur wenig und blieben generell in der Größenordnung von fünf Euro pro installiertem Watt Leistung. In dieser Zeit schrumpften aber die Herstellungskosten, so dass die PV-Industrie gute Gewinne machte, mit denen sie die erstaunliche Kapazitätsausweitung der letzten Jahre finanzierte.

Durch das Austrocknen von Bankkrediten sowie die Einführung einer Obergrenze im bisher sehr erfolgreichen spanischen Markt ist nun aber die globale Nachfrage nach Solarmodulen deutlich gesunken, so dass sich die Preise für installierte Anlagen in Richtung vier Euro pro Watt bewegen. Daher ergibt sich heute ein besonders interessanter Zeitpunkt für eine solche Installation: der Einspeisetarif für Kleinanlagen ist mit circa 43 Cent pro Kilowattstunde noch relativ hoch, die Preise für PV-Anlagen sind aber deutlich attraktiver geworden. Eine einfache Rechnung zeigt die Lukrativität einer Anlage, die noch in diesem Jahr fertiggestellt wird: Falls für ein Kilowatt nur 4000 Euro für das installierte System bezahlt werden, ergibt sich eine interessante Rendite: Diese Anlage erzeugt zum Beispiel in Freiburg 900 bis 1000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, was zu Erträgen von 390 bis 430 Euro führt. Diese Erträge sind gesetzlich für 20 Jahre garantiert, aber da Solarmodule leicht 30 bis 50 Jahre halten können, ist selbst nach mehr als 20 Jahren noch mit fortlaufenden Erträgen zu rechnen. Einfach gerechnet ergibt sich also ein gesetzlich garantierter jährlicher Ertrag von neun bis elf Prozent – weit jenseits der Erträge ähnlich sicherer Geldanlagen wie Pfandbriefen. Natürlich muss nach fünf bis zehn Jahren mit Wartungskosten gerechnet werden, aber selbst dies verändert diese äußerst interessante Rechnung nicht grundsätzlich. Im nächsten Jahr wird der Einspeisetarif um neun bis zehn Prozent sinken, und es ist noch nicht klar, ob bei steigender Nachfrage dann auch die Preise für Solaranlagen um weitere zehn Prozent sinken werden. Daher könnte der Kauf einer Anlage in diesem Jahr besonders lohnend sein, aber man muss sich beeilen, da der günstige Einspeisetarif nur für die bis zum Jahresende installierten Systeme geboten wird.

Bayern ist bald bei drei Prozent Solarstrom

Von der Bestellung bis zur Installation vergehen leicht sechs Monate, und, falls die heute besonders günstige Situation von vielen Kunden gleichzeitig erkannt wird, kann es in der zweiten Jahreshälfte zu Engpässen kommen. Im Sommer wird erwartet, dass Bayern die Marke von drei Prozent solar erzeugten Stromes erreicht, was einen Weltrekord in einem Flächenstaat darstellen wird. Der Wert für Deutschland liegt erst bei 0,8 Prozent, und für Baden-Württemberg wäre es spannend, mit Bayern um diesen Rekord zu konkurrieren.

Quelle:

Eicke R. Weber 2009
Der Autor ist Direktor des Fraunhofer- Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg.
Erstveröffentlichung "Badische Zeitung" 04.04.09

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